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Michael Hermann




- 1959 in Kleinschelken, Siebenbürgen geboren.
- Heimat Baden-Württemberg.
- Kunst seit den 1990-er Jahren.
- Bewunderung für Frida Kahlo, Otto Mueller, Tomi Ungerer, Alfred Hrdlicka, Auguste Rodin, Hans Arp, Radu Mihaileanu.
... und Jürgen Klopp
- Keine Vorbilder, Stilrichtung(en) unwichtig
- Signatur "3/1" ist eine ironische Anspielung auf die Anonymität des Einzelnen in einer durch Nummern und Zahlen codierten Gesellschaft.
- 2012 "Entspiegelung" (Buch mit Texten, Gedichten, Skulpturen, Bildern, Zeichnungen, Impressionen).

Künstlermitglied beim Württembergischen Kunstverein.
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ALLE nicht anders gekennzeichneten Werke und Texte:
(c) Michael Hermann 1990 bis heute.
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HERZLICHEN DANK
an meine "Gäste" die durch meine Arbeiten inspiriert waren, oder/und mir Ihre im Eizelnen mit (c) gekennzeichneten Texte oder Fotos überließen!
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BITTE BEACHTEN!!!
Die Reihenfolge der einzelnen Arbeiten wird ab und zu verändert um neue besser zu "integrieren". ... die dann oft nicht oben stehen.
Unter "TEXTKISTE" (am Ende der Seite) werden nur kunstunabhängige Texte veröffentlicht.
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"Die Kunst ist eine ernste Sache - das gilt es zu konstatieren, folgt man der Mehrzahl an Kunstschaffenden - und zwar in der Perspektive aktueller Gegenwartskunst und mehr noch in der Perspektive der Kunstgeschichte. Darin liegt gewissermaßen die Krux. Zumindest ein Stück weit mitbegründet nämlich die Höhe jener Schwelle, die mancher potenzielle Rezipient empfinden mag, wenn er sich Kunstwerken gegenüber sieht. Aber, und das wiederum ist ein Glück, es gibt Abweichungen von der Regel - im Übrigen ist solche Normenanarchie ein positiver Grundzug der Künste überhaupt. Es gibt wahre Akrobaten unter Künstlern, launige Zeitgenossen, denen die humoristische Grundnote wichtig ist, das unmissverständlich ins Bild Gerückte, das Simple und Karikierende. Zu ihnen zählt durchaus Michael Hermann, der mutig und selbstbewusst über sich sagt - er komme ohne Vorbilder aus - er kenne, als Künstler, weder Ismen noch Schubladen."
--------------------------------- Andreas Baur, Leiter der Galerien der Stadt Esslingen am Neckar
Weitere Textpassagen von Andreas Baur sind weiter unten über div. Arbeiten verteilt.
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Mehr:
Galerie, Ausstellungen
und
GÄSTEBUCH
siehe



Homepage


http://www.hermann-skulpturen.de



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Titel

"Time-out"


Text


Abschied


komm schenk uns ein
bevor die Zeit
Abschied über unsere Lippen haucht

wir leeren die Gläser
auf das Kind
auf den Sinn und das Sein

auf die Wahrheit

bald
singt die Amsel
ihr schönstes Lied

und Flieder
entsteigt dem Morgentau
aus tausend geweinten Perlen

ich küsse deine Wangen
und schließe die Augen

ein letztes Mal

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Titel

Frühling


Text


Herz geh aus
und lass den Frühling
in die Seele blicken

im Garten
singt die Amsel
in den Tag hinein

aus blauen Weiten
wärmt die Sonne
millionen Blütenknospen

aus dem Schlaf

die neue Zeit
beginnt mit Hoffnung
und Vertrauen

schwebe
auf weichen Blumenflügeln
folge dem zarten Frühlingshauch

ins Glück

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Titel

Ausstellung. Stahlskulptur


Text


Ich bin die üblichen paar Minuten früher am Bahnsteig. Wie immer.

Und wie immer hetzen Leute auf den letzten Drücker herbei.

Ja. Zeit ist kostbar.
... und doch fragt man sich: - sind es diese letzten Minuten, die man noch nutzen möchte, oder gehört es zum täglichen Stress, dem man sich freiwillig und immer wieder aussetzt?

Was soll´s? Is ja nicht mein Ding.
Aber nach der Ansage, der Zug hätte 15 Minuten Verspätung, haben alle etwas gemeinsam - eben diese 15 Minuten.

Manche der Wartenden stehen zusammen und diskutieren - andere stehen allein. Die einen denken vielleicht darüber nach, was der Tag wohl bringen würde - vielleicht auch, wie sehr diese 15 Minuten wohl ihr weiteres Vorgehen bestimmen.

Ich selbst möchte eigentlich nur die Collage von der Ausstellung aus Stuttgart holen, da kommt es auf ein Weilchen hin oder her nicht an.
... und wenn ich den Anschlusszug in Heilbronn nicht kriege, fahre ich halt mit dem nächsten.

Und doch, ist es heute anders.

Nicht nur, dass 50 Reisende - so viele wie selten hier warten.
Zwei Männer überschreiten, laut redend, die Gleise zum Bahnsteig gegenüber.
Nein, Streit oder Schreien ist es nicht.
Den einen hab ich schon einige Male gesehn - und gehört. ... hat wohl das Tourette-Syndrom.

Nun laufen beide den Bahnsteig 2 auf und ab. ... und reden gleichzeitig. Es ist nicht erkennbar, reden sie miteinander, mit sich alleine, oder ... .

... und dann kommt der Satz:
- " Ihr Lackaffen, ihr könnt die Träumer töten - aber nicht den Traum."
Kein Blick begleitet diesen Satz herüber.

Doch ist das nötig?

Was hat sich hier am Bahnhof, im Laufe von so vielen Jahren wohl schon alles ereignet?
Sicher gehört das Hiersein für viele zum täglichen In-die-Arbeit-gehen.
Doch wie viele Träume begannen oder endeten hier mit der Ankunft oder Abfahrt?
Was würde die alte Uhr so alles erzählen - könnte sie reden?

Der Zug kommt - die Bahnsteige werden leer.

Bei der Abfahrt winkt weinend eine Frau vom Parkplatz herüber.

Für mich beginnt hier heute nur ein Tag.

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Titel

für Monika Kafka


Text

atemzeit

du, es ist unwichtig,
was die zwischenzeit passiert,
wichtig ist der atem,
der dich trägt,
durch den ort des wandels
und das besinnen auf dich
auf mich legt sich dein geist
der zu mir reist,
und mein wort atmet dich, meine hand
wärmt deine flügel, die müden
regen sich zug
um zug
um mir wieder zuzuatmen

(c) Diana Jahr, April 2014

Liebe Diana, wunderschöne Worte hast Du da gefunden.
... für jemanden, der auch mir sehr am Herzen liegt.
Mit Dank und lieben Grüßen,
Michael

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für marlene

über die wälder
schwebt auf leisen flügeln
ein ruf der ahnen
aus der ferne
schweigend
folgst du ihrem schatten

er verstummt

unser morgen
wird im gestern sein

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Monika ist am 30. April 2014 gestorben
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Titel

"Schlendermään" - walk to the roots


Text


AUSSTELLUNGSBETEILIGUNG BEIM WÜRTTEMBERGISCHEN KUNSTVEREIN IN STUTTGART

Zur Jahresausstellung "2041 - Endlosschleife", vom 23. August 2014 - 28. September 2014 (Vernissage: 22. August, um 19.00 Uhr) mit über 200 Künstlermitgliedern des Württembergischen Kunstvereins, wird eine Fotocollage zur Entstehung des Werkes gezeigt.
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eine SKULPTUR ALS FAMILIENPROJEKT

Das Werk entstand zur Zeit eines "künstlerischen Tiefpunkts" und totaler Überlastung.
Herzlichen Dank an die fleißigen jungen und älteren Helfer, ohne die ich das nie geschafft hätte. ... an Hilde auch für das Anschubsen - der ausgegrabene Kirschbaum wäre sonst unbearbeitet innerhalb der nächsten zwei Jahre verrottet.

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Leben füllt Zeit
Zeit
füllt nicht Leben

spuckst Kirschkerne
in Kinderstiefel
gräbst alte Bäume aus

dein Baumhaus
fällt schwer
aus dem Garten

kreuzt deinen Weg
wenn`s Abend wird

aus einem Stiefel
keimt
ein Bäumchen
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Titel

"K. am K." - Acryl auf Leinwand, 150x100 cm


Text


GrünLand

Gesellt sich ein
mildgrüner Zauber
waldiger Höhen
zur Ruhe
des Horizontes
singt leise in
der Hörenden Sinn

Ein Kirchturm ragt
in den Himmel,
umworben von
der Krone
Jahrhundertweiser,
umfangen von
des Tages Licht

Eben ist die
türmende Ferne,
so friedvoll
dem Leben erhaben,
lindert das Leid
aller Klagen

Mauerschönheiten,
erschaffen in eiligem Saume
spiegeln sich im
tröstenden Wasser,
es tropft ein
Blick kopfüber
ins Herz erquickend leicht

Ein leiser Friede
löst das Unheil
in unserer Brust,
du Grünland,
so nebelschwer du einst
gelegen,
so hebst du den Schleier
hungrig müder Augen

(c)Sylvia Kling, Februar 2015
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Ein herzliches Dankeschön liebe Sylvia, für Deinen wunderschönen, stimmungsvollen Text zu diesem Bild!
Michael
Für alle, die mehr von Sylvia lesen möchten :
https://sckling.wordpress.com
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Titel

"Ich wünsche mir ..." - Bäumchen, Betoneisen (ca. 2 m)


Text










Schnee(wittchen)geburt


Das Fenster vor mir steht offen.
Ich nähe an meiner Zukunft - und steche mich plötzlich daran.
Da! Meine Wünsche tropfen in den Schnee, röten ihn dunkel.
Ich staune und sterbe.


Text (c) Marlies Blauth (ihre Seite s. Linkliste)

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Dankeschön, liebe Marlies!
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Titel

"Weitblick" - Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Verlernt


Mein Leib
schwimmt mit der Zeit
ungebraucht
vergehn meine Flügel

Vater
bestellte die Äcker
säte den Herbst
wenn der Frühling kam

und flog
mit dem Wetter durchs Jahr

Nun
besteigen wir Leitern
hoch
in die Himmel

den Boden
tragen wir ins Grab



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text

Eines vorweg. Als Monika und Diana im Sommer 2013 zu meiner Ausstellung kamen, ahnte niemand, was in ein paar Monaten passieren würde.
Monika und ich saßen damals vor dem Bild und sinnierten über längst Vergangenes.
Sie sprach von einem Text, den sie gerne mit dieser Arbeit in Verbindung bringen würde.
Damals wusste ich nicht wirklich worum es ging.
... und war fasziniert, als ich die Geschichte las.

Nun, gerade schrieb Diana ihren wunderbaren "blues".

Es ist ein Zufall, dass drei völlig unterschiedliche Texte - zu ungleicher Zeit geschrieben - über dieses eine Bild zusammenkommen.
Herzlichen Dank, an Monika, an Diana - und an Thom Kafka, der dies möglich machte!
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Am Ende eines Sommers,
da entstand ein tiefes Schweigen.
Mitten im Lichten war der Tag ausgezogen an den Rand der Nacht.
Dorthin, wo die Flussweiden wurzeln und Charons Kahn stets auf Passagiere wartet.
Selbst die Hühner im Hof scharrten ihr Gegacker in den Sand. Der Hund flätzte auf den Treppen der Sommerküche. Die Katze wagte keinen Angriff mehr aufs junge Nest hoch oben in den Ästen. Dunkel rauchte der Maulbeerbaum durchs offene Fenster.

Großmutter räumte die unbenutzten Teller ab. Stolperte auf dem Weg zum Schrank über ein paar verlorene Seufzer. Dann holte sie den Suppentopf. Die Fettaugen darin verwässerten, während sie ihn zum Herd trug.

Vater rührte seine Gedanken in die leere Kaffetasse. Sie wurde schwarz, noch bevor Großmutter ihm etwas eingegossen hatte.

Mutter glättete mechanisch das Tischtuch. Immer und immer wieder glitten ihre Handflächen darüber hinweg. Sehr langsam. Zärtlich fast. Rhythmisch bewegte sie dabei den Kopf. Hin und her und her und hin. Schweißperlen tropften von ihrer Stirn.
Ich starrte auf die Spuren, die sie zeichneten und die sich zu verändern begannen, je länger ich starrte. Ein dünnes rotes Kreuz ergaben sie für mich auf weißem Grund, blass, wie das Zeichen auf ihrer Tasche, die jetzt an der Wand unter dem Fensterbrett verwaiste.

Über dem Tisch hing der Tod an Fliegenpapier.

Im Dorf hingegen hatte er sich ein Kind geholt.


(c) Monika Kafka, August 2013
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blues

nach den tränen
war die nacht blau
mit sternen schmückte sie
ihr kleid und tanzte
bis zum morgen mit dem mond
dann versteckte sie sich
hinter schleiern und wartete
auf den nächsten
abschied


(c) Diana Jahr, September 2014
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Blues


Schatten tanzen
im Reigen
die Gedanken
Gefühle streicheln

im Blues

treten leise
auf der Stelle

weichen Schrittes
kommt der Morgen

die Nacht
war mein
ein Meer
vom Selbst

ergießt sich
nun ins Licht

die Schatten
wachsen

in der Sonne

Wünsche brennen
träumen sich
zur Nacht


(c) Michael Hermann
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Titel

Ausstellung


Text


im BILDUNGSZENTRUM DER AOK BADEN-WÜRTTEMBERG
in Pfedelbach-Untersteinbach

NEU ......... NEU ......... NEU
Die Bilder werden in der ersten Septemberwoche 2014 abgebaut
- die Skulpturen bleiben stehen.



Titel

"Die Reise des Lichts" - 1


Text


nachtreise


dem schlaf zugewandt
wandeln träume
unbeirrt
in fremde städte, untergrüngig



Titel

"Die Reise des Lichts" - 2


Text


meerwärts und mehr
fremde menschen, mir nah
gefahr und widerstand
(und manchmal du)



Titel

"Die Reise des Lichts" - 3


Text


woher komme ich
wohin gehe ich
in der nacht
bin ich ein weites feld

wandelbar


(c) diana jahr, september 2013
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Liebe Diana, Deinen wunderschönen Text habe ich hier auf die drei Fotos "verteilt". Lieben, herzlichen Dank, dass ich das machen durfte - und überhaupt, dass Du mir den Text gibst!!!
Michael
................................................................................................................................



Titel

"Mutation", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lakiert


Text


Auferstehung die II


in einem anderen leben
bin ich soldat
oder schriftsteller

meine romane schreibt
herr schmitt von nebenan

einen tod sterben
oder viele
meine jahre sind taub

auch der spiegel erkennt
mich nicht

morgen bin ich neu
geboren
talentiert und schön


(c) Christa Issinger, April 2014
.................................................................................................................
Herzlichen Dank liebe Christa, für diesen wunderbaren Text!
Michael
.................................................................................................................



Titel

Winterabend, Fotografie


Text


Wärmend
lächelt mir der Spiegel
wenn das Licht
der Tage fällt
Goldene Kälber
lauern aufgebläht in Gassen
Im Abendrot
entblößte Leiber - nackt
schreiten sie durchs offene Tor
Tanzen möcht ich
nicht zu Liedern
deren Sänger ich nicht kenn
Bin ich müde
denk ich an den Spiegel
und sein Lächeln
das mich trägt



Titel

"Eignungstest", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Abendgedicht

Wenn das Licht dieses Tages langsam
hinter den Dächern verglimmt,
wünsch` ich mir oft,
der Wahrheit nahe zu kommen.
Denn sie leuchtet weiter,
fragt nicht nach Tag oder Nacht
sondern immer nach uns.

Auch in den Stunden der Ruhe
streben wir nach Vollendung,
der Traum spricht in seiner Sprache
über die Wahrheit
die in uns ist.
Manchmal schüttet er Hass aus,
deutet an, dass ich daran zerbräche.

So kommt, hoffe ich,
der nächste Tag wie ein Freund,
der mich durch unbekanntes Gelände führt,
wo ich pflücken kann, was ich brauche.
Sollst aber auch selber säen, sagt er,
denn du bist mit dir an allem was ist
beteiligt.

(c) Marlies Blauth, 2014

Herzlichen Dank an Marlies Blauth, für die Genehmigung ihren wunderbar treffenden Text als Ergänzung zu dieser Skulptur nutzen zu dürfen!
Ich empfehle ihre Seite:
http://www.kunst-marlies-blauth.blogspot.com/



Titel

"Fang den Augenblick", Bildungszentrum der AOK Baden-Württemberg


Text


Augenblicke.

Ich schau mich an und denk:
- was mach ich?
Ich hör mich reden.
Versteh ich was ich sag?
Ich schwebe in Gedanken.
Sind es meine?
Geh neben mir.
Zum selben Ziel?
Ich seh die Welt von vorne
- manchmal auch von hinten.
Dann geh ich aus,
lass mich allein.
Bin ich es wirklich?
Wer bin ich selbst?


------------------------------------------- und Heike Kreitschmann schreibt:


Sommertag im Garten

Oft finde ich
die Ruhe in meinem Garten
abgeschottet vom
alltäglichen Lärm

Eingetaucht in 1000 Nuancen
durchsichtiger Reflexe des Laubes
den brennenden Sonnenstrahlen
entkommen zu sein
erahne ich die Dunkelheit des Moments

In der kühlen Oase
dürstet es mich nach der ganzen Wahrheit
suche sie
im Spiel des Lichts der Wolken
im Wasser der Meere und der Flüsse
- erwartungsfroh -

(c) Heike Kreitschmann, 8/2012



Titel

"Ehrengast", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


festgesetzt, die erinnerung
im grauglatten gewand
des tages eingeschliffne spur
durchwippt sie
leichtfüßig, zuweilen
schattet schmerz in ihrem licht
windet sich kopflos, am ende
hinausschmeißen, denkst du
unmöglich
sie ist DEIN EHRENGAST

(C) by Monika Kafka, November 2012,
Liebe Monika, ich danke Dir für diese wunderbaren Gedanken zu meiner Skulptur!
Herzlich, Michael



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand, 150x100 cm


Text


"Bemerkenswert scheint mir eines seiner Landschaftsbilder. Seiner Grundanlage nach erinnert es - bei aller Freiheit und Bekenntnis zum unverbraucht und also positiv besetzt Naiven - an Darstellungen der Romantik.Vor starkfarbigem Abendhimmel liegt hinter kahlen Bäumen eine Ortschaft, geradezu verwunschen. Im Vordergrund, rechts, ein Denkmal? Nicht klar auszumachen! Die narrative Szenerie gibt nicht ohne weiteres alles Preis, was den Erzählfluss eindeutig machte. Am Ganzen bleibt eine Spur des Rätselhaften. Formal wird diese zugespitzt durch die Spiegelung - fast ist es, als verlöre sich in ihr ein konziser Bildzusammenhang, als etablierte sich durch sie ein Wechselspiel von Bildbehauptung und -auflösung."

Andreas Baur, Leiter der Galerien der Stadt Esslingen am Neckar



Titel

"Ignorant", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


vom schreiben


letztens schrieb ich ein gedicht
über den grünen frühling,
das rosige wetter, die helle sonne
über dich und die liebe,
so üppig und bunt!

doch man sagte mir,
der text sei zu blumig,
und viel zu überladen.
die bilder zu gängig,
längst schon bekannt.

so strich ich zeilen.

übrig blieben die sonne,
der frühling und du.

doch man sagte mir,
das sei unverständlich und außerdem
viel zu allgemein.

ich veränderte den text. worte.

dabei schälte sich das gedicht
aus einer roten rose.

nun, sagte man mir
nicht schlecht, nicht schlecht,
aber mädchen, die adjektive!
die müssen weg.
(und hier und dort
könntest du auch noch
ein bisschen kürzen)

ich reduzierte den text. buchstaben.

übrig blieb schließlich
nur noch ein-

und-

ist das gedicht jetzt rund?


(c) diana jahr, märz 2013
Liebe Diana, ein herrliches Gedicht. DEIN Gedicht! Ein Künstler wäre kein Künstler, wenn er (bei aller Kritik - die er gern hört) sich beeinflussen ließe.
Ganz, ganz lieben Dank, dass ich es hier "nutzen" darf!!!
Herzlich, Michael




Titel

"An der Nordsee", Acryl auf Leinwand, 150x100 cm


Text


Leiser Flügelschlag

Dein Abschied -
war ein leiser Flügelschlag,
ein vom Wind gesandter Liebesgruß,
von einer unbekannten Insel im Nebel.

Dein Lebewohl -
war ein zarter Lufthauch,
ein vom Wind getragenes Parfüm,
von einem unentdeckten Rosengarten im Dunst.

Dein Adieu -
war eine letzte Umarmung,
eine vom Wind gebrachte Erinnerung,
von einem beschriebenen Palmblatt im Schleier.

Mein Winken -
war ein leiser Flügelschlag,
eine vom Wind gelöschte Kerze,
von einem verschwommenen Ufer mitten im Leben.

(C) by Heike Kreitschmann, Juni 2011
Liebe Heike, ich danke Dir, dass ich meinem Bild dieses rührende Gedicht hinzuführen durfte!
Herzlich, Michael



Titel

Leuchtturm, Ton (gebrannt), T. Hermann / Bild M. Hermann


Text


Du schenktest
mir einen Leuchturm
in einer stürmischen Zeit

aus gebranntem Ton
ein Modell und doch

ein Zeichen
da brennt ein Licht

Wir fuhren gemeinsam
mit Ebbe und Flut

gingen zu Hause
wieder an Land

Nun fährst du allein

Im Herzen
bewahr ich den Leuchtturm
am Fenster

und heb ihn auf
für dich



Titel

"demapati" und "Kirschblüten" (erstes Foto aus Japan) (c) Tim Hermann


Text


Weite die Flügel

flieg
der Sonne entgegen
breite dein Lager
in Kirschblüten aus

Geh
in die Welt
reite
den Wind

Im kleinen Drachen
reift die Zeit

Erlebe
das Schöne
folg
deinem Herzen

Irgendwo
liegt DEIN Paradies

Doch
bist du müde
komm
wieder heim

Erzähl
mir vom Leben
durch DEINE Augen
möchte ich sehn

Vielleicht

bauen wir gemeinsam
ein Schiff
segeln

über die Meere

Wir
speisen das Feuer

demapati
der Drache
lebt



Titel

"... Weg oder Ziel.?", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Frag nicht

warum ich ging
was morgen war
was gestern kommt

Frag

wo die Antwort liegt
auf all die Antworten

der Zeit



Hommage an Radu Mihaileanu

der Zug des Lebens*
in einer anderen Welt
fährt auf dich zu
und du verdrängst

dein Traum fährt allein

geh und lebe*
greif nach der fremden Hand
doch fühle den Sand
wenn du träumst

bringt dich die Liebe
zu ihr zurück
und wenn die Geige erklingt
hör auf dein Herz

die Zeit geht vorbei
du spielst
in Erinnerung
das Konzert*

(*) Filmtitel von Radu Mihaileanu



------------------------------ und ein Gedicht von Evelyne Weissenbach:



auf dem lebensmeer

in einem boot
sitze ich
auf planken
deren lack ab
gewaschen von den strömen
des lebens sturm
gefegt über den boden

der vergangenheit bild
verblasst in der weite
ich nehme die brille ab
und sehe mich
jetzt

(c) evelyne weissenbach, Februar 2014



Titel

"Me ...", Seite 1


Text


"... Etwa stellt Michael Hermann in einer Metall-Plastik Unter- und Oberschicht einander gleichberechtigt - auf Augenhöhe - gegenüber. Gesellschaftliche Kasten sind am verschmelzen. Denn den widersprüchlichen Unterkörper der metallennen Figur formen links ein Hosenbein, aus dessen brettig, hartem, Stoff nackt ein Fuss ragt, rechts hingegen feines Tuch und feines Schuhwerk. Bekrönt wird dieses Doppelwesen durch ein einziges, nährendes Maul. Darin ein übergroßer Taler - ganz nach dem moralinsauren Motto: "Money, Money, Money".
Aus Warte eines Galerieleiters weis ich nicht so recht, wie die "Kulturpflege" betitelte Plastik zu deuten sei. Irgendwie stimmt einen froh, dass die Gießkanne, die zum fiskalischen Einsatz kommt ein breit sprengendes Brausenmundstüch, die so genannte Schnulle, fehlt. Es darf ein ordentlicher Strahl erwartet werden. Auf dass es wachsen möge, das zarte Pflänzlein der Kultur. Aber will man wirklich, dass sich der Zustopf gleichsam im Schulterschluss mit sich selbst generiert. Als würde die Kultur allein durch sich genährt? Offensichtlich legt auch diese Plastik subtil Finger in Wunden.
Treffsicher - wie die zitierte Jägersprache für die Zeichnung impliziert - mögen Michael Hermanns Plastiken sein. Als Sprachbilder laden sie dazu ein, ihrer Unverstelltheit entsprechend unmittelbar dechiffriert zu werden. Sie leben nicht durch elaborierten Kommentar, sie neigen sich in Richtung Überzeichnung und Karikatur. Im Übrigen: Wenn nichts mehr hilft, dann Humor."

Andreas Baur, Leiter der Galerien der Stadt Esslingen am Neckar



Titel

"... and myself", Seite 2, Spanplatte, Farben, 68x190 cm


Text


"Nur wage sei ein Hinweis zur Biographie des Künstlers platziert. In Jugendjahren siedelt Michael Hermann aus Siebenbürgen über hierher nach Deutschland. Dass im Zuge dieses Wechsels sich Erlebtes an Projektionen zu reiben begonnen haben mag, dass Vorstellung und Wirklichkeit von gesellschaftlichen Realitäten sich zueinander brüchig, ja widersprüchlich haben zeigen mögen, kann - zugegeben, wir spekulieren - durchaus der Fall gewesen und bis heute dem Künstler Antrieb sein, in Zeichnungen und Plastiken seinerseits Gegensätze einander zuzuführen.
Nur eines noch. Auch wenn Michael Hermann den Verweis auf Vorbilder selbst nicht bietet, so seien von meiner Seite doch zwei Tentakel in Richtung Kunstgeschichte beigegeben. Gemeint sind drastische Bildsprachen und auch, dass es explizit erzieherische Momente in der Kunst gab und gibt, damit verbunden Kritik an der Gesellschaft gerade im Sinne ihrer (auch moralischen) Reinigung. Wir kennen sozialkritische Karikaturen, welche die kuriosen Seiten des Spießbürgerlebens fassen und dabei das Lächerliche der fast immer eigennützigen, individuellen Natur scharf, ja geradezu vernichtend darstellen.
Im 18. Jahrhundert steht dafür etwa der sozialkritische englische Maler und Grafiker William Hogarth. In moralischen Bilderfolgen prangrt er schonungslos die Sitten und Gebräuche seiner, an Veränderungen aufreibenden Zeit an - wir erinnern, dass eben mit Macht die erste industrielle Revolution Raum greift.
Ein Klassiker ist Wilhelm Busch. Unstrittig gilt er heutzutage als Pionier des Comics. Auch Wilhelm Busch griff in seinen Bildergeschichten - bei aller Volkstümlichkeit - die Selbstzufriedenheit und zweifelhafte Moralauffassung von Spießern und die verlogene Frömmigkeiten an.
Sie sehen, nichts kann gelingen, ohne das Bewusstsein darüber, was war, ohne dass man sich davon zugleich freigeschwommen hätte.
Übrigens, kennen Sie die Zeichnung von Paul Klee, "Zwei einander in höherer Stellung Vermutende begrüßen sich"? - bitte ersparen Sie mir, deren unsäglich gebückten, ja deformierenden Haltungen nachzustellen.
Hierfür vielen Dank, auch für die Aufmerksamkeit.
Der Ausstellung von Michael Hermann wünsche ich eine breite Resonanz."

Andreas Baur, Leiter der Galerien der Stadt Essligen am Neckar



Titel

o.T.


Text


Liebe.

Du trägst ein Bild in deiner Brust
und träumst den Traum
der immer wieder kehrt.
Versinkt die Welt des Nachts im Nebel,
das Bild wird heller.
Die Welt sich ihres Sinns entleert.
Irgendwo am Ufer eines grenzenlosen Meeres,
dessen Tiefe niemand stört,
hält dich die Hand,
die dich begleitet
- und du weißt,
dass sie zu dir gehört.
Ein vertrautes Gegenüber
spricht leise zu dir:
- Lass dich fallen,
ich bin da.
So schwebst du nun im siebten Himmel.
Die Welt so weit
- das Paradies so nah.



Titel

"grenzgänger", Fotografie, (c) Dieter Vandory


Text


gezeitengezeitet

geebbt und geflutet
geträumt
gekommen geweilt gegangen

gelebt


Dieter danke, dass ich mir dieses herrliche Foto "ausleihen" darf!
Für mehr davon, kann ich Deine Seite jedem empfehlen.
Herzliche Grüße, Michael



Titel

"Horizont 1", Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


...und wieder

ein Blick
in der Spur
die Richtung

steht fest

und doch
das Auge schmerzt

verschwommen
geht alles vorbei



Titel

"Horizont 2", Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


Träume fallen

am Horizont
verliert sich
die Spur zurück

bleibt ein Meer

lautlos
hörst du das Schiff

wie es sin k t



--------------------------------------- und ein Gedicht von Edith Hornauer


Wickelt sich
der Nebel am Morgen auf,
blüht in den Augen
ein neuer Tag.

Hoch am Himmel
schweben Wolken
ähnlich der Zeit.

Sie ziehen
in den Lüften dahin,
wenn alles längst
verstummt.

(c) Edith Hornauer, Februar 2014



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand


Text


ungemein, zärtlich


wie wir unsere gedanken
einander zutragen
zeitgleich

wird irgendwo
ein kind geboren


(c) diana jahr, Juni 2013

Wunderschöne, bedeutungsgeladene Worte, liebe Diana.
Ganz, ganz lieben Dank für das Nutzungsrecht an dieser Stelle!
Herzlich,
Michael



Titel

"Wotans Erben", Stahl, Stein, Holz


Text


Wotans Erben


Wetzt die Zungen

düngt den Boden
zieht euch Früchtchen

hegt und pflegt die Gene

Schert die Haare
flechtet Zöpfe

blaue Augen
sind auf Blond geeicht

Bindet Scheuklappen
vor Horizonte

Färbt braun die Brillen
betoniert die Köpfe

Morgen

steigt wieder Feuer
aus dem Vergessen

und ein Früchtchen
reift zur Frucht



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Das passenste Gedicht überhaupt - für "Wotans Erben" und "Holz" - fand ich bei Marlies Blauth. Liebe Marlies, herzlichen Dank für Ihre Entscheidung, mir die Genehmigung zur "Verwendung" hier zu geben!




ob wir nicht doch...

ob wir nicht doch
zu den tageszeiten
des friedens gedenken
sollten / des geistvollen
in umnachteter zeit
was haben wir alles
vergessen / lassen
uns täuschen
fernab

(c) Marlies Blauth, 2014

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Titel

"Holz"


Text


"In der Welt ist`s dunkel, leuchten müssen wir", steht auf dem kleinen geschnitzten Holztäfelchen als Text unter dem Bild mit dem Mädchen, welches mit der Laterne in der einen und einer Blume in der anderen Hand über die Blumenwiese geht. Und auf der Rückseite ein Bleistiftvermerk: "Zum Andenken aus Russland, Smoleanka 1946, Susanna Hoffmann" - ich habe den Namen geändert.
Das Werk dieses unbekannten Künstlers, offensichtlich im sowjetischen Arbeitslager entstanden, wurde mir vor über dreißig Jahren geschenkt.
Irgendwann im Laufe meiner eigenen Künstlerjahre dachte ich, ich gebe dem Täfelchen den ihm gebührenden Rahmen. Ich fasste es in eine Holzplatte ein, in die ich Symbole von kirchlichen und weltlich/politischen Ideologien mittels eines Heißluftgebläses einbrannte. Es war nicht meine Absicht, die Qualität der Ideologien zu erörtern - mir ging es nur darum, an die Folgen derselben zu erinnern.
Nun hing das Ding im Rahmen meiner Ausstellung im Rathaus (Schloss) Freistadt (Name geändert). Zwei Tage lang. Dann kam die Aufforderung es abzuhängen per Telefon. Die Begründung: - ich dürfe hier kein Hakenkreuz ausstellen, die Besucher hätten sich beschwert.
Ich war mit meiner Ausstellung Gast in diesem Haus und folgte der Aufforderung.
Bei einer der nächsten Ausstellungen, diesmal in einer Fortbildungsstätte für Lehrer, überklebte ich das Hakenkreuz und hängte das Objekt wieder auf.
Die Zensur kam noch während des Aufbaus. Neben den diversen anderen Symbolen, könne man das Hakenkreuz vermuten.
Kommentarlos nahm ich das Holz von der Wand.
Irgendwann sah ich zwei völlig schwarze "Bilder" in einer Ausstellung: "Bei Nacht" und "Unter Tage".



Titel

o.T.2, Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Zeit.

Flut löscht Spuren von gestern,
gewaltig und doch behutsam,
bei jeder Linie die sie schreibt.
Endgültig, vergessen, geklärt?
Vergangenheit geebnet im Wandel der Gezeiten.
Zeit kommt - Zeit geht.
Du stehst im Gang.
Türen schlagen zu
- an neuen fehlt die Aufschrift.
Wachen schieben Dienst,
doch Tore weiten sich zum Bahnhof.
Fahr selbst den Zug auf den du springst,
vergiss die Bremse nicht.
Zeit kommt - Zeit geht
und ab und zu denkst du - sie weilt.
Die Schiene führt zum Horizont.
Was bleibt - ist Zeit.


------------------------------------ und ein Gedicht von Ursa Angst:

Die Zeit lässt Zeit

vergessene Zeiten erwachen
in dir hallen nach
bei jedem Atemzug der sich
mit dem Wind verbindet
fühlst du gleichzeitig
Freude und Trauer
du wartest auf das Kommende
auf das täglich Neue
das Überraschende
und du weißt genau dass auch
dieses vergehen wird
Gedanken kommen und gehen
suchen das Ziel
die Zeit läßt dir Zeit

(c) Ursa Angst, September 2011



Titel

Objekt (Uhr) / Collage


Text


Von Raunächten

Ein lautes

Jahr wird müde
du legst streichelnd
kurze Tage zum Schoß

Wilder Ritt
mit den Winden
donnert über die Himmel

Truden
schleichen ums Haus

Schließ Fenster
verriegel die Tür

Aus der Seele
floss dein Tun
im Kamin
brennt Holunder

Segen schlummert im Keim

Dunkel
schmilzt in der Zeit




Titel

"Hinterm Stadtpark", Acryl auf Leinwand, 232x142 cm


Text


Mittag im Park

Zwischen Bäumen
gipfelt ein Stück Himmel
Taubenflügel schlagen
Erinnerungen ins wolkenlose Blatt
mit silberblaugrauer Tinte
werden feine Linien geschwungen
zarte Worte

Inmitten der Schar
flattern lose Gedankenbänder
Hochgefühle wogen
eingebunden im Flechtwerk
weißgrünem Efeus
ranken lautlos helle Töne
leiser Worte

Unter Ästen
streicht sacht der Wind über rauhes Blatt
Gefühlszustände stimmen
Kirchenglocken in festen Mauern
im blanken Umriß
läuten träge Luft
in den Mittag

Taubenflügel schlagen
schwingen sich auf
erobern ein Stück
silbergraublauen Himmel
in dem es sommertönt
hellhörig werden
taube Worte

(c) Heike Kreitschmann, Juli 2013



Titel

"Zum Teufel mit dem Paradies", Stahl, Aluminium, mit Klarlack lackiert


Text


Leben leben


Vergessen die Worte
die gestern das benannten, was stärkte
heute findet und befindet man

In einer Welt
die Glauben macht
allwissend zu sein
glaubensfrei die Religionen
uneinig in der Verbrüderung

Der Tod
lauert womöglich hinter einem Kuss
gestrandeter Wortkadaver
die Verwirklichung suchen
nicht auszuschließen
dass sie nichts benennen
sondern eher im Vollrausch der Gefühle
nur eine Blase nähren

Unzweifelhaft
die Gedanken-SINN-flut
die zwar einleuchtend Pfade erhellt
aber nur Schatten umreißt
verloren hinter Mauern
deren Seele sich nicht erschließt
atemberaubend die Hoffnungslosigkeit
ein erbarmungslos wütender Sturm

Im Auge
die Erkenntnis
dass Leben immer zu eng für die Sehnsucht ist


(c) Heike Kreitschmann, April 2013
Herzlichen Dank liebe Heike, dass sich diese kleine Skulptur nun an Dein herrliches Gedicht "anschmiegen" darf!
Herzlich, Michael



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


es rockt der wind
zum totentanz der blätter
spielt sich hinauf
zum allerletzten ast

durchkrächzt von schwarz -
gefiederten gesellen
vibriert die luft
im schaurigbunten takt

und unter brücken
rücken die zusammen
deren existenz vergeigt

der wind rockt satt
übers geländer für sie
die letzten dünnen blätter ab

(c) Monika Kafka, November 2013

Liebe Monika, das Bild war einige Jahre titellos. Nun las ich dieses Dein Gedicht. Ich musste es einfach (auch den Titel) hierfür haben.
Sooo lieben Dank, für Deine Genehmigung!!!
Herzlich, Michael


"Fast schüchtern wirkt das Portrait eines Stücks Rotwild. Wie hingehaucht. Dazu steht in überraschendem Kontrast die "Kopfbedeckung". Maltechnisch gesprochen sind es Farbtrüler, erzeugt durch zentrifugale Kräfte. Bildlich gesprochen oszillieren diese zwischen Dornenkrone, Blutspritzer oder eben: Dem Geweih! Davor, emblematisch hart gesetzt, ein vierbeiniger Bock, genau in dem Bereich, in dem der Körper des Tieres zu erwarten wäre. Die Dreiheit ergibt zusammen genommen einen eigentümlichen Hybrid, der durch den Bildraum starkt. Das Bild steht strukturell der Zeichnung nahe.
Erlauben Sie einen kurzen Exkurs zum Begriff. Es mag überraschen, dass Zeichnung selbst heute noch in erster Linie meint: "Bezeichnung, Kennzeichnung" - etwa im Sinne: "Die Zeichnung durch ein mühevolles, erfolgloses Leben" erst dann folgt die Bedeutung bildliche Darstellung. Nicht ungewöhnlich hingegen ist der Aufruf "Ein prächtiger Hühnerhund - wie schön er gezeichnet ist!" Der Jägersprache gehört an: "Das Reh zeichnet" - es zeigt nach dem Schuss durch die Bewegung dem Schützen an, dass es getroffen ist.
Mit letzterem Verweis sei zugleich die Brücke zurück geschlagen zu Michael Hermanns Reh-Darstellung."

Andreas Baur, Leiter der Galerien der Stadt Esslingen am Neckar



Titel

"Begegnungen", Acryl auf Leinwand, Detail, 100x100 cm


Text


Lyrischer Dialog

manchmal lädt mich
die poesie
auf ein wort ein

handgefertigt
sagt sie
die buchstaben
vom gourmetgeschäft gegenüber

wir trinken ein versmaß
aus kristallgläsern
und prosten uns zu

ein wort ist genug
sagt sie
es trägt das gewicht
des lebens

auf dem heimweg
stolpern wir
über ganze sätze

(c) Christa Issinger, März 2014
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Wenn man über Gedichte wie dieses "stolpert", ist es ein Vergnügen danach zu "greifen". Herzlichen Dank liebe Christa, dass ich das darf!
Liebe Grüße, Michael

Christa Issingers Blog: christiana1.blogspot.de
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Frei.

Von zarten Flügeln gehaucht
küsst die Stille des Augenblicks
tausend Augen eines Gedankens wach.
Schwebend keimt ein zartes Flämmchen
Verwandlung in den dunkeln Raum.
Zaghaft greifen unsichtbare Hände
verschwommene Konturen aus dem Nichts.
Die Welt erscheint facettenhaft in Teilen,
Geschehnisse verschmelzen im konkreten Bild.
Frei reift die visuelle Dimension.



Titel

Kleinschelken (Seica-Mica), Fotografie (c) Silviu Popa


Text


Dear Silviu, thank you very much for the beautiful picture of my place of birth, which I was allowed to choose from you.
I`ve never seen Kleinschelken as a winter theme from this perspective before. It is amazing that you were - skillfully - in the right place at the right time to accomplish this remarkable work.
Thank you!!!
Michael
............................................................................................................................

hörst du die Stille
wie sie in weichen Daunen
über den Dächern schwebt

aus den Bergen
das Echo des Schweigens
zu den Kirchenglocken spricht

Tagebücher aus Erinnerung
wie sie mit steinernen
Gräbern weinen

es wintert

und Spuren von gestern
warten
auf den Sommer

immerzu
.............................................................................................................................



Titel

"Ein feste Burg", Bleistift auf Papier


Text


"Siebenbürgenlied", 3.Strophe.
(Maximilian Leopold Moltke, 1846)

Siebenbürgen, Land der Trümmer
eine Vorzeit, stark und groß
deren tausendjähr`ger Spuren
ruhen noch in deiner Fluren
ungeschwächtem Ackerschoß!

Von der 7-strophigen Hymne werden nur die 1., 2., und 7. Strophe gesungen.



Titel

Mutter, Bleistift auf Leinwand


Text


Ich schließe die Augen


höre den Wind
im duftenden Kräutergrün der Berge

sehe Kornblumen
wie sie aus goldenen Feldern
herüberwinken

Glocken geben den Takt
im Duett
zum Lied von Kuckuck und Amsel

Hummeln summen die Melodie
die in der Mittagssonne
das Tal beseelt

Mutter ruft
aus dem Weinberg
gleich hinterm Haus


Jemand kocht Kaffee
und isst Bananen

Morgen
komme ich wieder



Titel

Vater, Bleistift auf Leinwand


Text


Ist es
der Lauf der Zeit

Gestohlene Jahre
die nicht Deine waren
und Dich prägten

verlorene Jugend

Das Licht der Sonne
welches nur
zur Arbeit schien

Riechst Du
noch Blumen die der Sense fielen

im Kräuterheu
verquirlt im Schweiße
Deines sorgenvollen Gestern

Spül ab
den Kohlestaub
der Deine Seele eingefangen hielt

Die Zeit ist reif

für ein paar Tage
MORGEN



Titel

C`est moi


Text


Du

Durch Deine Augen sehe ich Gedanken
- manchmal ein Blinzeln nur
am steilen Berg der Zeit.
Mit Deinem Herzen höre ich das Grollen,
durch das der Berg
in Rätseln zu Dir spricht.
Und wenn Du oben stehst so fühl ich
- es sind mein Herz und meine Augen.
Die Welt ist klein
- und Du bist ich.



Titel

Ausstellung


Text


Herbst.

Der Sommer ging.
Bunt treibt der Wind sein Spiel
und singt schauerhaft
zum unfreiwilligen Reigen.
Amseln verstummen,
Krähen streiten um den letzten Fraß.
Eden ist seiner Früchte beraubt,
Schlangen ziehen sich feige zurück.
Nacht setzt nebelige Dunkelheit
aufs müde, ausgelaugte Land.
Bodenlosem Fall ins Nichts
entsteigt ein hoffnungsvoller Traum:
- bald wird alles wieder gut.



Titel

"Willkür", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Ketten

Will Dir
keine Zeit mehr schenken
keinen Blick mehr gönnen
keinen Platz mehr geben
keinen Verrat mehr dulden
keiner Lüge lauschen

Habe
dich verbannt aus meinem Leben
das Band zerschnitten
dir vergeben
mir Liebe geschenkt
Erinnerungen umarmt

Du fesselst mich
noch immer
gekettet an einem Wort
"Entschuldigung"

(c) Heike Kreitschmann, 1/2014


Ein Lächeln.

Ein mildes Lächeln zieht,
wie des Frühlings Sonnenschein,
gleich einem wunderschönen Lied
in die vereisten Herzen ein.

Strahlende Augen schauen,
so wärmend, lieblich aus dem Licht.
Eis fängt an zu tauen,
bevor`s in Stücke bricht.

Musik ertönt - selbst wenn sie schweigt.
Die Welt erliegt dem wundersamen Klang.
Und wenn der Tag sich seinem Ende neigt,
geht das Leben einen hoffnungsvollen Gang.



Titel

"Mauern", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


tritt aus dem grau
verbunden im wort die mauer
durchbrechen
fesseln weichen
den versen, für dich
entheb ich sie
dem stöhnen der zeit

(c) Diana Jahr, März 2013 - inspiriert durch die Skulptur
Liebe Diana, Du ahnst nicht, was mir Deine Zeilen bedeuten!!!
Ganz, ganz lieben Dank dafür!!!
Herzlich, Michael


Ein Foto

Gefesselte Zeit
voll Ewigkeit
in tiefen Zügen
tranken wir Jugend
und Freundschaft
hell erleuchtet
im Schwarz der Unendlichkeit
nun
ein Foto
und drei Gräber
verstreut
Erinnerung
und Dankbarkeit



Titel

"Entspiegelung", 108 Seiten, A4, Gedichte, Skulpturen, Bilder, Zeichnungen, Impressionen


Text


Gedanken sind ein unsichtbarer Spiegel dessen, was unsere Sinne berührt.
Lassen wir ihn fallen...



Titel

"Innere Werte", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


äußere schönheit

des menschen schönheit fällt als asche
aus den brieftaschen der skalpellierer
ein hintern und ein busen
ergibt noch lange keine frau

ein frauenleib ist schön
wenn er dem mann entgegen
blüht und nicht sich ihm entgegen
reckt zum austausch von besitz

das wesen einer frau
das keine eigenen grenzen zeigt
nicht spitzen, kanten, narben
wird sich verlieren als modell
in das die männer onanieren


(c) evelyne weissenbach, februar 2013
Danke liebe Evelyne, dass Dich diese Skulptur zu solch wunderbarem Text inspiriert hat!
Von hier aus einen lieben Gruß! Michael



Titel

"Strafrecht.?", Stahl, Edelstahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Der Täter

Der Täter bekommt noch Bewährung
dank seiner preziösen Erklärung:
"Es war echt vermessen
den Walter zu essen -
ich änder` jetzt meine Ernährung."

(C) by Jan Lindner, Homepage s. Linkliste

Jan danke, dass ich Deinen so wunderbar präzisen Limerick hier nutzen darf!
Michael



Titel

"Klapperstorch", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Die Zeit ging baden.

Du kamst aus dem Nichts.
Zwei Milchflaschen am Brückenrand.
Zeit ging, spielend am Bach,
baden im kühlen Nass.
Freundschaft ohne Uhr.
Kindergartens verspielter Weg.
Obstwiese mit Mittagsschlaf,
Bienen im Taschentuch verpackt.
Zur Zucht? Oh - honigsüßer Traum!
Das liebliche Mädchen aus Gruppe Zwei.
Am Abend Milch und Polenta.
Großvaters Bett, Rotkäppchen, Die sieben Geißlein.
Vaters Werkstatt, das eigene Beil, Hammer und Nägel.
Der Ziegenbock, der wütend mit der Herde kam.
Das heimatlich rettende Tor, in das er knallte.
Die niedlichen Geißlein zum streicheln.
Der Hahn, dessen Böswilligkeit
nur der Besen Einhalt gebot.
Frühlings Schneeglöckchen im Wald,
lockende Wärme zum pflücken.
Ostern mit Dotterblumen genestet.
Sommers Berge und Wälder,
Lagerfeuer, Kartoffelduft.
Der Fluss - verseucht, verboten,
- sorgloser Spaß.
Wetter gab`s keines.
Gestauter Bach, gesammelter Fisch.
Tobende Gärtner - nach Durchbruch des Damms.
Herbstlich süße Trauben,
Pferdewagen, die sie in schweren Fässern fuhren.
Vernascht, versteckte Mitfahrt,
manchmal der rettende Sprung vor der Peitsche.
Winterliches Weiß,
unendliche Eisbahn des Bachs,
Schlitten am Berg.
Schneemann mit Vater - Eltern mit Zeit.
Schlachtfest. Angst vor dem Schrei,
Strohfeuer beim Sengen,
verspielte Cousins und Cousinen,
frische Leber und Wurst.
Weihnachtlicher Baum mit Kerzen und Duft,
Marzipanzucker in farbigem Gold verpackt.
Orangen - das eine Mal im Jahr!
Die Kirche, erhellt vom mächtigen Baum.
Wenn Gott - dann jetzt!
Lieder, Gedichte, Krippenspiel.
Geschenktüte, Lebkuchen herrlich verziert
und sichbar verpackt.
Alles schon sehr lange her.
Die Zeit ging baden
- der Bach über den Fluss ins Meer.



Titel

"Verwandlung", Edelstahl


Text


anders


es ist wie es ist

es muss nicht bleiben wie es ist
es kann anders werden

nichts bleibt wie es ist
es wird anders
wenn wir es nicht ändern, ändert es
sich für uns...

(c) Angelika Wende, November 2013



Titel

"Austausch", bei Nicotra Gebhardt


Text



Titel

"Septemberlicht", Fotografie


Text


Septemberlicht


Ein Hauch
von Abschied liegt
über den Gärten

über kahle Felder
bläst Wind

die Melodie
aus fernen Tagen

Gestern noch
steckten wir Blumen

und tanzten
barfuß über Gänseblümchen

sangen das Lied von
Reinhard Mey

flogen hoch
über den Wolken

Farbig blühte
dein luftiges Kleid

Deine Augen spiegelten
die Wärme des Sommers
schmolzen Hagel der
manchmal vom Himmel fiel

Nun

werden Engel flügge

Säume
verschwimmen glitzernd
am Horizont

Träume verglühen
im Septemberlicht






Titel

"Oktoberwinter", Acryl auf Leinwand, 150x100 cm


Text


Ein Grün

Nun, wo der Sommer langsam
aus der Seele schleicht,
rauchgeschwängerter Nebel
beißend über ausgelaugten
müden Gärten liegt,
Farben sterben:
gelb - rot - braun - grau,
Musik
nur noch leise
zum Tanz mit eingebrannten Träumen
unserer Herzen spielt,
lese ich Worte, Bilder, Gedanken
und fühle angenehme Wärme.
Es keimt ein Grün
irgendwo im Eis der Zeit.



Titel

"Tanzende", Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


Sommertanz

Von tief aus dem Süden
haucht zart
in schwebenden Flügeln
Musik durch die Zeit

Hellblauen Augen
entschimmert süßer Wein
einer lieblichen Nacht

Aus weichen Haaren duftet
der Sommer nach warmen Rosen
des Felsengartens

über dem Meer

Atem des Windes
streicht zart über die Haut
der Seele
tanzt den Abschied

des letzten Traums



Titel

"Akt mit Boot", Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text



Titel

"Sitzende mit Hut", Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


Sie ist

der behütete Hauch
einer realen Fantasie
die leise Melodie
einer Mittsommernacht

Dein Blick
kommt an ihr nicht vorbei

Sie die
geschwungene Gerade
gibt dir so wenig
wie auch viel

Doch

kein warmes Lächeln
ihre Lippen umspielt
während sie
hungrig in die Ferne sieht

sie mit
der schmalen Hand
und dem schlanken Knie

(c) Monika Meise, März 2014

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Herzlichen Dank, liebe Monika für diese tollen - wenn auch etwas kritischen Worte, zu denen Dich das Bild inspiriert hat!
Michael
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Titel

"Akt mit Couch", Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


Auf luftigem Polster
Verweile ich sinnierend
Über dem bloßen Nabel
Natürlich und jung
Schwingt in Ruhe
Das nährende Rund
Schaut aus rehbraunen Augen
Lächelnd in Erinnerung versunken

(c) Monika Meise, April 2014

Liebe Monika, herzlichen Dank für die wunderschöne "Betextung" dieses Aktes.
Liebe Grüße, Michael



Titel

"en panne de Grand Cru", Acryl auf Leinwand, 50x70 cm


Text


Mit Hingabe leben

Stein auf Stein haben wir
uns zugemauert
Nehmen Ein- und Ausblicke
unachtsam, ein Stückchen Erde frei zu lassen
für das wundersame
volle Leben

Keine Nähe
auf ein Stückchen Himmel
Dicht beieinander
und doch
innerlich meilenweit entfernt

Reich mir die Hand
Lass uns
einen Topf mit Erde füllen
darin
den Keim des Morgen legen
im Glauben daran, dass Amseln anders singen
wir wieder mit Hingabe leben

(c) Heike Kreitschmann/Michael Hermann, Januar 2014



Titel

o.T.1, Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Gedanken.

Gedanken hängen,
riesigen Ölgemälden gleich,
im in alle Lebenslagen
eingeweihten Raum.
Rechts - heftiger Pinselstrich,
Landschaft versinkt im Chaos.
...Schwarzes und dunkles Wirrwarr
nur spärlich im Zaum gehalten
durch ein kleines Gelb
...irgendwo unter verrottetem Geäst.
Links - Wirklichkeit
die in Farben zerfließt.
Ein Traum von Romantik
verhüllt im Fumato der Zeit.
Geradeaus - der direkte Weg.
Allee mit dichtem Bewuchs.
Beim rasanten Tempo
versperren Scheuklappen die Sicht.
Zählt nur noch
der undefinierbare Punkt
am Ende der Spur?
Im Rücken - der Drache.
Bedrohliche Glieder,
ein treuer Blick
- gefangen in sich selbst.
...Befreiungsschlag mit Feuer?
Nur klein - die Tür.
...Zurück ins vertraute Nichts.



Titel

"Stabilitätspolitik", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


vertrunken

an der quelle sitzt ein schwarzer mann.
hinter weißen mauern trinkt er sand aus
einem becher ungehaltener versprechen.
wäscht sein gesicht mit den trockenen
floskeln konzentrierter macht. in fernen
landen kauft sich ein übersoffener dieb
goldene krüge.

(c) evelyne weissenbach

Liebe Evelyne, die Skulptur hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel - aber Worte fand ich noch keine dafür. Deshalb dreimal: danke, danke, danke an Dich!!! Du schriebst genau das, was ich durch diese Arbeit sagen will.
Herzlich, Michael



Titel

"Elefant", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Der Gang

Wer schaut schon noch
in die tieferen Schichten
des Lebens,
und was wird dort noch gesehen?

Es verliert sich doch schon
der Blick des Verstehens
emotionslos im Vorübergehen.

Ein Gang
quer durch die Welt
würde genügen
- mit offenen Augen
versteht sich -.

Mit Sicherheit
wäre dies
kein Vergnügen.

Mal ehrlich!

Wir träfen auf Raubbau,
auf Missgunst, Gier
und falsche Macht.
So war die Welt
wahrlich nicht gedacht.

Überall müssten ENDLICH
die Notbremsen gezogen werden -
zuerst in uns -
dann auf Erden!

(c) Edith Hornauer

Ein herzliches Dankeschön, liebe Edith! Michael



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


Grenzbereich.

Du vernimmst die Laute, lernst die Zeichen,
erlebst die Welt aus deinem Horizont.
Glaubst du dem Herrn der oben thront?
Ahnst du wo Argumente dir erbleichen,
was hinter Unbekanntem wohnt?



Titel

"Evolutionsschock", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text



Titel

Ausstellung


Text


Man diskutiert die Zeit - die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft - die Welt, die Familie - das eigene Ich.
Laut, leise, ab und zu ganz im Stillen, oder stumm für sich alleine.
Das Gute zu wenig, das Schlechte zu viel.
Vorgesorgt - nachgesorgt - immer auf der Hut den Fluss der Dinge im rechten Lauf zu halten.
Die Welt geht aus den Fugen, Ethik wird zweitrangig, Politik in "Ankreuzdemokratien" von Lobbyisten beherrscht. Finanzrechner reden von "Human Resources" oder von ihren Mitarbeitern als Kostenfaktoren. Arbeit die Spaß macht, geht oft in Begleiterscheinungen unter.
Doch MANCHMAL schaltet man ab.
Runtergespült, zugedröhnt? - oder sportlicher, kultureller, literarischer oder kreativer Drang?
Nun ist man was man tut.
Keine der ausgestellten Arbeiten ist nach kunstgeschichtlichen Kriterien geschaffen, sondern alleine nach gesellschaftlichen Beobachtungen, oder einfach nur aus Spaß an schönen Stunden.



Titel

"I ragazzi ti cercano"


Text


"Questi non sono tutti miei."



Titel

"Emanzipation", Holz, Stahl, Schirm, Rost, Brand, Leim, Farben, 97x157 cm


Text


"Konkret scheint die Zeichnung im Werk von Michael Hermann dienend und die Plastik vorbereitend - durchaus als Skizze. Zugleich aber macht sie deutlich, wie dicht der Künstler entlang von Sprachbildern arbeitet. Wie er diesen je eine neue Gestalt verleit. Etwa, wenn er vermittels einer Zeichnung vorschlägt, dass eine unglaublich steil senkrecht aufgerichtete Schnecke sich selbst vor Regen durch einen aufgespannten Schirm schützen solle. Eine Schnecke, wohlgemerkt, die man wahrlich nicht beim Sonnenbaden wissen wollte.
Der Künstler kitzelt am Oxonym. Denn oft formt er ein sprachliches Sinnbild oder eine bildhafte Figur, deren Kennzeichen die Verbindung zweier sich gegenseitig widersprechender Begriffe ist - sprachliche Beispiele hiefür wären: "Helldunkel" oder "Alter Knabe"."

Andreas Baur, Leiter der Galerien der Stadt Esslingen am Neckar



Titel

"... geschafft.?". Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Spiegelung.

Behutsan schieben Lider des Abends
Pflichten des Tages aufs ruhende Gleis.
Bilder schweben vorbei.
Ein Traum von Gestern haucht wärmend
Gedanken vor sich her.
Weich singt die Stille
ihr angenehm vertrautes Lied.
Die Welt versinkt
im Augenblick der Zeit.
Ich steh mir gegenüber:
Bitte bleib.


----------------------------- und Barbara Hauser schrieb dazu:


Wunschlose Gefügigkeit

Wenn Himmel und Erde
sich vermählen erstirbt die Zeit.

Die Welt bleibt stehen
schwindet dahin.

Im schwingenden Moment
erspüre, erahne ich Ganzheit -

wortloses ICH BIN

(c) bmh 10/2013


Danke liebe Barbara, für diese schöne Ergänzung durch Deine Worte!
Herzlich, Michael



Titel

"Zeitsprung", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


gut genug


ich bin nicht gut genug
du bist nicht gut genug
er ist nicht gut genug
sie ist nicht gut genug
es ist nicht gut genug
wir sind nicht gut genug
ihr seid nicht gut genug
sie sind nicht gut genug

genug vom genügen
es genügt nie

(c) Angelika Wende, Dezember 2013



Titel

"Das wahre Gesicht", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


gestern heute morgen


die
die uns heute verletzen
legen den finger in alten schmerz

wenn die wunde sich schließt
werden
die
die uns verletzen
uns morgen nicht mehr begegnen

(c) Angelika Wende, März 2013,
Danke liebe Angelika! Die Skulptur ist ein paar Jahre alt - aber das Warten auf so einen Text hat sich gelohnt.
Herzlich, Michael


--------------------------------- und Worte von Ursa Angst:

Falsch verbunden

und wenn der
Gesichtlose
wieder anruft
sag ihm
er habe sich
verwählt

(c) Ursa Angst, November 2009

Liebe Ursa. Manchmal stolpert man über Texte, die man einfach haben muss. ...so wie Deinen hier. Welch` Ergänzung! Ganz, ganz lieben Dank!
Michael





Titel

"Topfgericht", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text



Titel

"Mobbing", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Nicht immer aus dem Blickwinkel der Ironie:

"Die Menschheit ist ein Misthaufen, in dem die Würmer um die Gunst der Mistkäfer buhlen."
Michael Hermann



Titel

"D.A.f.n.w.v.St.", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


Der Baum.

Oben, wo der Berg den Himmel berührt
krönt eine Eiche das herrliche Land.
Narbige Schönheit
und bizarr verkrümmtes Geäst
halten undefinierte Zeit
in innigster Umarmung fest.
Krankheit kam und Ungeziefer,
Blitze schlugen ein...
Stürme amputierten Moder wieder weg.
Im Winter scheint alles tot
... bis Frühjahrs Wärme
ein Dach für tausend Wesen schafft.
Umwege führen geschwungen herauf,
gesäumt von Gärten und Wein.
Die Bank im Schatten des Baums
saugt dich an
und lässt dich
in deinen Gedanken allein.
Von oben herab
blickst du ins Tal.
Autos fahren, Menschen eilen
- ganz leise.
Alles scheint...
Eine andere Welt...
Hinter Mauern,
unter Dächern bleibt
der Alltag verborgen.
Im Baum ein gezwitschertes Lied.
Und die Sonne scheint.



Titel

"Arbeitnehmerschaft", Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text

Hintergrund dieser Einstellung:
"...sichere Arbeitsplätze in der gesamten Region..." - eine Äußerung durch unseren Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten.

Gehört es zum Stil der CDU persönlich adressierte Briefe zu verschicken, dann aber mehrfache Reaktionen des Adressaten darauf zu ignorieren?

Vorab herzlichen Dank an Annette Sawade und Harald Ebner, ebenfalls Bundestagsabgeordnete unseres Wahlkreises Schwäbisch-Hall/Hohenlohe, für ihre Antwort auf meine Hinterfragung!

Es bleibt dahingestellt, ob man an sich persönlich adressierte Werbebriefe von Bundestagsabgeordneten haben möchte, oder nicht.
Und es bleibt auch dahingestellt, woher dieselben die Adresse haben.
Nur - wenn man persönlich angeschrieben wird, müssen die Schreibenden damit rechnen, eine Antwort zu erhalten, bzw. dass der Angeschriebene die in den Raum gestellten Behauptungen hinterfragt.
"...sichere Arbeitsplätze in der gesamten Region" ???
Es gibt Firmen, die seit über 15 Jahren nur noch Arbeitskräfte über Verleihfirmen beziehen.
Die Leiharbeitskollegen verdienen nur die Hälfte des Lohnes eines Stammarbeitskollegen.
Nur selten werden die Leiharbeiter übernommen. Und wenn, dann nur nach einer ungewissen, monate- oder jahrelangen Prozedur und zu einem bedeutend geringeren Lohn.
Zusammengefasst.
Es handelt sich bei Zeitarbeitern und Übernommenen meist um junge Menschen.
Ihre Arbeitsstelle ist alles Andere als sicher - ihr Lohn, alles Andere als eine ausreichende Ernährungsquelle für eine Familie.
Die Stammbelegschaft ist erpressbar geworden, weil draussen noch eine Menge Leute auch für weniger Geld arbeiten würden.
Die Auswirkungen auf die Familienplanung?
1,36 Kinder.

Also unsere Gesllschaft schrumpft.

Das Wirtschaftswachstum - so macht man uns vor - muss jährlich 1 -3 % betragen.
Kann man sich vorstellen, wie sich die Arbeitsbelastung für die verbleibenden Arbeitskräfte auswirkt?
Allein durch das Wirtschaftswachstum verdoppelt sich diese im Laufe der angestrebten Lebensarbeitszeit von 50 Jahren. Der Bevölkerungsrückgang ist hier noch gar nicht berücksichtigt.
Und was ist mit der Belastung durch zunehmendes Alter?
Die Frauen und Herrn Politiker erhöhen ja dafür das Renteneintrittsalter.
Sind Politiker/innen so abgehoben, dass sie gar nicht (oder nicht mehr) wissen, wie man unten lebt - sei es mit zu wenig Mitteln, oder mit 50 Jahren körperlicher Arbeit auf dem Buckel?

Hauptsache Arbeit? Zu welchem Preis denn?

Liebe Politiker, jede Erhöhung eurer Diäten ist für sich selbst schon höher, als das gesamte Arbeitseinkommen überhaupt von manchen Familien. Reicht die Begründung dafür wirklich aus: - in der Wirtschaft würdet ihr mehr verdienen?
Ihr bedient doch die berühmte Schere vom Auseinanderklaffen der Gesellschaft selbst.

Auf meine Fragen bzw. meine Darstellungen erhielt ich von Christian von Stetten MdB keine Antwort.
Das finde ich Schade - ich hätte ihm eine realistische Kompetenz zugetraut. Denn gerade hier im hohenloher ländlichen Raum würden wir so manchen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen hinterherhinken, hätte es nicht seit vielen Jahren eine - in weiten Teilen - sehr vernünftige Politik gegeben. Und darin spielte Familie von Stetten seit langem eine wichtige Rolle.

Das Schreiben an Herrn von Stetten leitete ich auch an Annette Sawade und Harald Ebner, beide MdB unseres Wahlkreises Schwäbisch-Hall/Hohenlohe, weiter.

Beide antworteten.

Die SPD will - so Annette Sawade - den Einsatz von Leiharbeit befristen.
Auch dass, viele Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können, hat sie erkannt. Sie schreibt von "tiefer Spaltung des Arbeitsmarktes - die man überwinden muss".
Sie will nicht "Arbeit um jeden Preis, sondern gerechte Entlohnung".
Nur - sollte auch sie wissen, dass man von dem von ihrer Partei angestrebten Mindestlohn von 8,50 Euro keine Familie aufbauen kann.

Harald Ebner (Bündnis 90/Die Grünen) schreibt: - "Zeitarbeit muss wieder zu einem verträglichen Instrument für die Wirtschaft und die Beschäftigten gemacht werden."
Ohne das "wieder" wäre der Satz vielleicht besser. Hier sollte man den Zeitarbeiter vielleicht nach der "Verträglichkeit" fragen.
Und seinem Satz: - "Zeitarbeit als Abfederungsinstrument für Auftragsspitzen" kann man eigentlich nur zustimmen.
Denn genau diese Möglichkeit würde Arbeitsplätze sichern.
Im Übrigen ist er für einen Mindestlohn - allerdings in ungenannter Höhe.

NACHFASSUNG (13. Dezember 2013):

Diese Einstellung ist nun ein paar Wochen her. Es gab es immer noch keine Reaktion von Stetten.
Doch gestern, am 12. Dezember 2013, war in einem Interview mit ihm, in der Hohenloher Zeitung unter anderem zu Lesen:

"...Auf Wahlkampfveranstaltungen habe ich tatsächlich häufiger gefragt, wer weniger als acht Euro verdient, oder wer jemanden kennt, der so wenig verdient. Es hat sich nie jemand gemeldet. ...".

Da muss man doch fragen:
- Welcher Mensch aus dem Niedriglohnsektor hält sich denn in Stettens Umgangskreisen auf? Heißt das aber, dass Stetten nicht weiß, dass nicht wenige Menschen, ihr eigenes Bier an Stettens Wahlkampfstammtischen nicht zahlen könnten?

Und gestern Abend bei Maybrit Illner hoffte er, die Koalitionsvereinbarung in Sachen Rente mit 63 nach 45 Arbeitsjahren müsse wieder rückgängig gemacht werden.


.



Titel

"Rückblick", Stahl, geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text


rückblick (nach vorn)


diese postkarte
(die erste, die du mir schriebst)
hat mir den kopf verdreht

das segelboot vor dem turm im silberlicht
ist längst aus dem bild gezogen
und trägt uns auf weichen silben
nach vorn

seitdem ich dich sehe,
halten mich deine worte
(du weißt schon, die unterm schlüsselbein)
aufrecht

(c) Diana Jahr, April 2013
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Liebe Diana, dass Dich DIESE Skulptur zu einem so wunderschönen Liebesgedicht inspiririert hat...
Herrlich! Lieben Dank dafür!
Herzlich, Michael
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Reisen werde ich

wenn weiße
Flügel Feuer speisen
denen Phönix niemals entsteigt

Ich fühle
das Brennen der Hölle
sehe
das kalte Blau des Himmels

Und die Stille

ruft gib mir die Hand
Und sanft
schwebt die Zeit

über dem Sein



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


Sommerwetter

Mit Grollen geht ein heißer Tag zu Ende,
dunkle Wolken türmen sich am Firmament.
Sturm zieht auf und bringt die Wende
ehe das ausgelaugte Land verbrennt.

Blumen ließen die Gesichter hängen,
selbst Bäume erstarrten in der Glut.
Die Sinfonie von tausend Klängen,
sie schwieg - kein Laut von den Gesängen.
Dem Orchester ging es gar nicht gut.

Die Luft stand still
und mit ihr das gesamte Leben.
Häuser, verdunkelt hinter Läden,
Bewegung, nur noch mit Gefühl.

Der Bach schlich plätschernd leise,
fast trocken war sein Lauf.
Auf diese ungewohnte Weise
gab Alles seine Handlung auf.

Düsternis - verdrängt von Licht.
Wieder ausgemacht in lautem Knall.
Bei diesem Einen bleibt es nicht.
Heller Faden überall,
dazu der grollend, laute Schall.
Das Wasser aus den Wolken bricht.

Ein Meer ergießt sich übers Land.
Sind wir zum Untergang verbannt?
Der Himmel fehlt. Wo ist die Welt?
Weiß Gott noch, ob er zu uns hält?

Doch langsam geht der Zorn zurück.
Gewalt geht in Gefallen nieder.
Hatten wir mal wieder Glück?
Regen ersetzt den Alptraum wieder.



Titel

"Ignorant", Detail / Hintergrund Ölbild von Claudio de Majo


Text


Manchmal möchte ich dir die Hilflosigkeit nehmen
damit du hinsehen lernst
wenn du glaubst
doch nichts bewegen zu können

mit zwei linken Händen

Manchmal möchte ich dir die Hilflosigkeit nehmen
wenn du schweigst
und die Lippen zucken
während andere

auf hohem Niveau klagen

Leg ruhig die Hände vors Gesicht
ich weiß sehr wohl
deine Hände sehen wenn sie berühren
sie schaffen etwas das bleibt und spricht

wenn du schweigst

sie machen Empfundenes sichtbar
und bewegen damit viel

(c) Monika Meise, März 2014



Titel

Ausstellung


Text


Morgen

Mit sanfter Weichheit
hebt bedrohliches Schwarz
ein neues Grau am Horizont,
behutsam zum Himmel empor.
Der dunkle Vorhang
zerfällt in tausend Stücke
und löst sich langsam auf.
Plätschernd fließt der Bach,
wohl geschützt im watterten Bett.
Eine Amsel bricht lieblich das Schweigen,
das selig über den Dächern schwebt
und stimmt zur morgendlichen Symphonie.
Melodiegeladen gibt die Welt
langsam ihre bunten Farben frei.
Millionen glitzernde Perlen
spiegeln ein geheimnisvolles Licht.
Fern ruft ein leises Läuten
zu neuem Gebet.
Der Tag ist noch weit.
Danke - für den Augenblick!



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand, 100x100 cm


Text


Wo warst Du

als das Morgenrot
mein Herz verließ
gefesselte Finsternis
im Morgengrau
die hinterste Ecke
meiner Seele fand
vereistes Licht
in die Spuren
von gestern brannte
deren Sand
verdampfte
und als Stein
vom Himmel fiel
der Boden
am Feuer
tief unter der Erde lag
und Phönix` Ei zerbarst



Titel

"Sitis"


Text

Herz.

Wohl behütet, mollig warm gebettet,
schlug einst ein Herz,
verpackt im Panzer einer wunderschönen Zeit.
Manchmal ging es aus,
nahm Blumen mit am Weg,
der eben schien,
mit hellem Licht am Horizont.
Vöglein sangen ihr vertrautes Lied.
Erlosch das Licht
und Blumen zogen ihre Farben ein
- das Herz verirrte sich.
Da fingen andere Herzen an zu leuchten,
erwärmten seinen Weg zurück.
Irgendwann wurde es Winter.
Der Weg ward eisig - statt gesäumt mit Blumen.
Den Herzen reichte ihre Wärme selber nicht.
Das Herz erfror
und stürzte weinend von den Klippen.
Schwarze Geier lauern schweigend...
auf den dumpfen Knall.



Titel

o.T., Acryl auf Leinwand, 100x80 cm


Text


Frühling.

Weich und verschmust schleicht
der Hauch eines zerlegten Windes
wärmend übers aus dem Schlaf geweckte,
hoffnungsvoll, verträumte Land.
Zwei Täubchen schauen sich in die Augen,
schunkeln in Liebe vor sich hin.
Im Baum sitzt eine Amsel,
antwortet dem Lied, das aus der Ferne,
Musik über die Gärten bringt.
Dort, wo Schnee der Zeit gewichen
und Eis der Sonne unterlag,
schieben Blumen ihre zarten Köpfe
durch die Erde,
geben Hoffnung für das neue Jahr.
Bald wird der Garten explodieren,
in schönster Blütenpracht.
Die Jahreszeit spielt mit den Gefühlen,
doch glücklich ist - wer lacht.



Titel

"Der runde Tisch" - Aluminium, Zeitung


Text


"Hurrraaa...?!"

Eisern stand der Vorhang da,
gepflegt von Köpfen die ihn machten.
Und die Menschen die ihn wachten
standen bereits dem Kriege nah.

Auf dem Prüfstand standen gegenüber
sich Systeme im Duell.
Das Eine ging im Irrtum nieder.
War die Idee zu intellektuell?

Nun sprachen Sieger von Podesten
und die da unten hörten wieder zu.
Man schmeckte Früchte nach Protesten.
Das Goldene Kalb wuchs auf zur Kuh.

Irgendwann - da bröckelten Fassaden,
Fundamente erwiesen sich als klein.
Man baute wieder Barrikaden.
Hohe Türme stürzten ein.

Schuld und Unschuld führten Kriege.
Gut und Böse schliefen nie.
Lag denn der Hass schon in der Wiege?
Ein "Hurrraaa!?" auf die Ideologie.



Titel

"Partyluder"


Text



Titel

"Erfolg", Stahl geschliffen, mit Klarlack lackiert


Text



Titel

"Kreislauf" - bei Nicotra Gebhardt


Text



Titel

"oT-3"


Text



Titel


Text





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